Burg in Bamberg - die Altenburg
Oberfranken

Bamberg für Aufsteiger: Die Altenburg

Wie Rom rühmt sich auch Bamberg damit, dass es auf sieben Hügeln erbaut wurde. Man gönnt sich ja sonst nichts. Auf dem höchsten der Bamberger Hügel residierten viele Jahre lang Fürstbischöfe. Wer von den unteren Chargen, dem niederen Plebs, etwas von den edlen und hochwohlgeborenen Herren wollte, musste sich schon auf den beschwerlichen und steilen Weg nach oben zur Residenz der Bischöfe, zur Altenburg machen. Von der ursprünglichen Burg finde ich allerdings heute nicht mehr viel, auch wenn die Gebäude auf den ersten Blick noch alt wirken.

Oben auf der Altenburg Bamberg: Der Palas

Oben auf der Altenburg Bamberg: Der Palas

Den Bauernkrieg überstand die Altenburg noch unversehrt, doch 25 Jahre später wurde sie an das Kriegsheer des Markgrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach übergeben. Dessen Soldaten hatten keinen Sinn für Kultur, sondern plünderten die von den Fürstbischöfen angehäuften Schätze. Irgendwie musste ein Krieg auch bezahlt werden und warum sonst zog ein Mann durch die Gegend und prügelte sich mit anderen Kriegern herum? Er wollte Beute machen, Geld kassieren, reich werden.

Komasaufen im Mittelalter

Komasaufen war schon damals angesagter als Bildung. Markgraf Alcibiades, der jedem diente, der ihn bezahlte, kümmerte sich als junger Mann lieber um Waffen und Pferden, als um Religion oder Kultur. Nach einem Trinkgelage fiel er in ein viertägiges Koma, sein Hofmeister und vier weitere Mitzecher überlebten das ausgiebige Besäufnis allerdings nicht. Damals gab es noch niemanden, der die Alkoholvergiftung via Magenauspumpen und Glukoseinfusion bekämpft hätte.

Palas neu errichtet

Der Palas ist das eigentliche Wohnhaus der Altenburg, in dem früher die Bischöfe residierten. Das aktuelle Bauwerk wurde allerdings erst vor 100 Jahren auf den alten Kellern neu errichtet und sieht wie ein neugotisches Herrenhaus aus. Weil jede Zeit ihren eigenen ästhetischen Stil pflegt, hat dieser Bau  mit dem ursprünglichen nicht mehr viel gemein. Ich kann nur durch die Fenster linsen, denn die Türen sind alle geschlossen.

Bergfried Altenburg Bamberg

Bergfried Altenburg Bamberg

Eingang zur Altenburg Bamberg

Eingang zur Altenburg Bamberg

Aufzugwinde in der Altenburg Bamberg

Aufzugwinde in der Altenburg Bamberg

 

 

 

 

 

 

 

 

Keine Rechnung? Dann weiß keiner, wozu etwas da ist.

Am Bergfried hängt ein Feuerkorb. Was macht der da? Zunächst vermuteten Historiker, dass dieser einst an der Giechburg als Signalgeber gedient habe. Doch niemand fand in den entsprechenden Archiven eine dazu passende Rechnung, weder an der Giechburg, noch an der Altenburg.
Inzwischen nehmen die Historiker an, dass dieser Korb dort oben so um 1900 montiert wurde. Gab es eine Festlichkeit auf der Burg, konnte diese mit bengalischem Feuer beleuchtet werden. Haben die damals ihre Rechnungen und Ausgaben nicht mehr korrekt und vollständig für die Ewigkeit notiert? Nun denn. Seit fast 200 Jahren kümmert sich ein Verein darum, dass die Altenburg gut erhalten bleibt, auch wenn manches daran wohl neu erfunden wurde. Heute ist in der Altenburg ein Restaurant, die übrigen Räume werden für Veranstaltungen genutzt.

Poldi in der Nische

Ein Gitter in einer Nische der dicken Burgmauer hindert einen ausgestopften Bären am Weglaufen. In diesem Mauerloch wohnte tatsächlich einmal Burgbär Poldi. Dreißig Jahre lang hatte er hier seine Kemenate und ein bisschen Auslauf im Burggraben.
An der Burgmauer lehnt ein kleines Häuschen. Hier erholte sich ETA Hoffmann, wie eine daran montierte Tafel verrät. Wovon musste er sich eigentlich erholen? Vom Leben unten in der Stadt, der dumpfen Enge alter Gassen, vom Punsch und dem Gesicht des Apfelweibleins, in welches sich der Türklopfer verwandelt hatte? Auf der Altenburg ist die Luft klar und die Flugzeuge zeichnen ein weißes Streifengitter in das Blau. Der Blick geht weit über Bamberg hinweg.

Ein Bergfried als Wehrturm

Hinein in die Altenburg führt eine Steinbrücke über einen Graben. Hinter dem Tor hängt noch die große Holzwalze mit aufgewickelter Zugbrückenkette. War die Klappe zu, war die Burg sicher. Oder wenigstens fast. Bis eben der Markgraf kam. Hinter dem dunklen Torhaus, in dessen ehemaliger Torwächterstube die Burgkapelle liegt, ragt der mächtige Bergfried auf. Als echter Wehrturm besitzt er eine Tür in luftiger Höhe. Wer hineinwollte, musste auf die Leiter steigen. War keine da, saßen oben alle in Sicherheit. Allerdings dürfte bei einer längeren Belagerung die Versorgung schwierig werden. Oder? Ist eines Tages das letzte Fleisch gegessen, das letzte Wasser faulig und das letzte Brot verschimmelt, werden sie merken, dass man Steine nicht essen kann – nach einer leicht abgewandelten Weissagung der Indianer.

Weltkulturerbe Bamberg

Bamberg ist Weltkulturerbe. Schon allein deswegen lohnt sich ein Besuch. Die Altenburg thront hoch über der Stadt und ist bereits von weitem zu sehen. Wer dem engen Gewirr der Altstadtgässchen und dem Gedränge der Besucher entfliehen möchte, hat von hier aus einen guten Überblick und kann rund um den Berg wunderbar wandern.
Aus diesem Grund finde ich die Altenburg einfach super, dort oben lässt sich der Alltag wunderbar vergessen. Der Kontrast zum Getümmel in der Stadt ist groß – auf kleinem Raum, mit wenig Zeit und knappem Budget lässt sich viel entdecken.

Link für weiter Informationen zur Altenburg in Bamberg. Bitte hier klicken.

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